Interview vom Bergischen Handelsblatt zum Thema Wurzelspitzenresektion mit dem Experten Dr. Ulrich Schmitt von Ihre Zahnärzte am Schloss

Herr Dr. Schmitt, Sie sagen, die meisten Wurzelspitzenresektionen sind unnötig. Warum werden sie dann so häufig durchgeführt?

Dr. Ulrich Schmitt  Weil die zuvor durchgeführte Wurzelkanalbehandlung
nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat. Dann will man die Bakterien quasi abschneiden, in der Annahme, sie befänden sich alle nur unten an der Wurzelspitze. So sieht das auf dem
Röntgenbild auch oft aus.

Was ist daran falsch?

Dr. Ulrich Schmitt  Bakterien können sich im gesamten Kanal befinden. Wenn Sie sich den Wurzelkanal wie ein Rohr vorstellen in das nun Bakterien geraten, dann fallen die ja nicht einfach nach unten. Die breiten sich von oben aus und sind überall nachweisbar. Da bereits kleinste Dosen reichen, ist das pure Abschneiden bei der Wurzelspitzenresektion wenig erfolgsversprechend. Wenn ich ein Rohr reinigen möchte, dann wird es weder sauberer noch dichter, wenn ich ein Stück davon abschneide.genau das macht aber die Wurzelspitzenresektion.


Was ist in Ihren Augen die Alternative zur Wurzelspitzenresektion?

Dr. Ulrich Schmitt Die Wurzelspitzenresektion kommt ja überhaupt erst in Frage, wenn die Wurzelkanalbehandlung
gescheitert ist. Die Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) ist eine der komplexesten, schwierigsten Behandlungen in der Zahnmedizin. Viele neue Verfahren und Instrumente helfen, neben einem sehr erfahrenen Zahnarzt, die Erfolgsquote dieser Behandlung auf 95 %
zu steigern. Standardmethoden scheitern hingegen leider in 50 % der Fälle.


Das heißt bei der Hälfte aller Patienten ist die Wurzelspitzenresektion 
notwendig?

Dr. Ulrich Schmitt Keinesfalls ist dann automtaisch eine Wurzelspitzenresektion notwendig. Wenn durch die Standard-Wurzelkanalbehandlung die Infektion nicht
beherrscht werden konnte, ist zunächst eine erneute Wurzelkanalbehandlung sinnvoll,
die sogenannte Revisionsbehandlung. Spätestens dann sollte ein erfahrener Endodont mit Mikroskop die Behandlung durchführen, um den erwünschten Erfolg zu erzielen.

Weshalb benötige ich eine endodontische Behandlung?

Dr. Ulrich Schmitt Der "Zahnnerv", die Zahnpulpa füllt das innere des Zahns aus und ist bei einem gesunden Zahn nach außen abgeschlossen. Sie ist für die Zahnentwicklung wichtig. Die Pulpa kann von Bakte­rien infi­ziert werden und sich entzünden. Die Ursachen dafür sind in der Regel Bakterien, die über eine Karies oder über undichte Restaurationen in die Pulpakammer eindringen. Aber auch Traumata oder Risse im Zahn können zu einem Untergang der Pulpa führen. In den meisten Fällen läuft dieser Prozess langsam ab und wird vom Patienten primär nicht bemerkt, z.B. in Form von Schmerzen.
 
Wird die irreversible bakterielle Infiltration der Pulpa nicht behan­delt, so können die Bakte­rien die gesamte Zahn­pulpa zerstören und dann ungehin­dert in den Kiefer­kno­chen eindringen, wo es zu einer Entzün­dung um die Wurzel­spitze herum oder zwischen den Wurzeln kommt. Die einzige Möglich­keit, einen so erkrankten und bakte­riell infi­zierten Zahn lang­fristig zu erhalten, ist die endodon­ti­sche Behandlung, die Wurzel­ka­nal­be­hand­lung.

Wie wird eine endodontische Behandlung durchgeführt?

Dr. Ulrich Schmitt  Der Zahn wird betäubt und der Zahn mit einem speziellen Gummi, dem Kofferdam isoliert. Danach wird der Zahn eröffnet die Wurzel­ka­nal­ein­gänge loka­li­siert und die Länge der einzelnen Wurzel­ka­näle bestimmt. Unterstützt wird die Behandlung durch die Sicht mit Hilfe eines Mikro­skops und moderne, compu­ter­ge­stützte Längen­mess­ge­räte. Für den Erfolg der endodon­ti­schen Behand­lung ist es uner­läss­lich, alle exis­tie­renden Wurzel­ka­näle eines Zahnes zu loka­li­sieren und deren Länge exakt bis zur Wurzel­spitze zu bestimmen, um das gesamte Wurzel­ka­nal­system dreidimensional behan­deln zu können.

Aufgrund unserer speziellen Ausrichtung sind wir immer aktuell in der technischen Ausstattung und können individuell auf die komplexe Anatomie jedes einzelnen Zahns eingehen, um Schwierigkeiten zu lösen. Während und nach der Kanal­auf­be­rei­tung mit u.a. hochflexiblen Feilensystemen werden die Wurzel­ka­näle mit anti­bak­te­ri­ellen, schallaktivierten Spül­flüs­sig­keiten mehr­mals gründ­lich gerei­nigt und desin­fi­ziert. Auch nicht instrumentierbare sogenannte Seitenkanäle können damit erreicht werden. Anschlie­ßend werden die Hohl­räume dreidimensional mit warmen Verdichtungstechniken ausgefüllt, um das Risiko einer Reinfek­tion zu mini­mieren. Zum Abschluss wird der Zugang zum Wurzel­ka­nal­system mit einer im Wurzelkanal verankerten bakte­ri­en­dichten, adhäsiven Füllung verschlossen und der Zahn somit schon stabilisiert.

Wie lange dauert eine endodontische Behandlung und ist sie schmerzhaft?

Dr. Ulrich Schmitt  In der Regel brauchen wir 2 Sitzungen.
Die Behandlung ist dank effizienter Anästhesietechniken schmerzfrei. Auch nach der Behandlung werden Sie wenig bis gar nichts spüren. Je nach Ausgangssituation kann es in Einzelfällen in den ersten Tagen zu Beschwerden kommen, die aber mit einem Schmerzmittel beseitigt werden können. Im Zweifel melden Sie sich natürlich gerne in unserer Praxis.

Wie geht es nach der Wurzelbehandlung weiter?

Dr. Ulrich Schmitt  Nach der Wurzelbehandlung folgt eine Heilungsphase, die ohne Probleme mit dem adhäsiven Aufbau im Zahn oder einer langzeitprovisorischen Krone überbrückt werden kann. Nach ca. 6 Monaten erfolgt eine Röntgenkontrolle. In der Regel ist dann die Anfertigung eines Onlays, einer Teilkrone oder einer Krone zur Stabilisation des Zahns erforderlich. Was davon erforderlich ist, hängt von dem Ausmaß des Defekts, der Lokalisation des Zahns im Mund und der individuellen Belastungsart auf diesen Zahn ab. Natürlich steht auch hier für uns das minimalinvasive, zahnsubstanzerhaltende Prinzip an oberste Stelle. Wir finden für sie die individuell richtige Lösung.

 

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